Trike - Tagebuch 

Freitag, 18. April 2003



mein neues Devil's Trike

Stell' Dir vor, es ist schönes Wetter, und Du hast kein Trike. Schöne Sch...
Und dann stell' Dir vor, es ist schönes Wetter, Du hast ein Trike, aber es ist kaputt !  Große Katastrophe !
So geschehen zu Ostern 2003, als wir mit unserem neu erworbenen Devil's Trike einen ersten Ausflug planten. Leider wurde schon während der Überführungsfahrt klar, das daraus so schnell nichts werden würde. Das gute Stück hatte vier lange Jahre einsam in einer Garage verbracht und dementsprechend bockig hat es sich dann auch angestellt. Es spuckte und knallte ganz fürchterlich und hat sich am ganzen Hinterteil mit Öl besudelt.
Nun bin ich nicht gerade als Schrauber auf die Welt gekommen, so daß als erstes ein Werkstattbesuch fällig war. Ein Kumpel half mir aus der Patsche, so gut es eben ging. Aber auch eingefleischte VW-Monteure sind beim Thema Käfermotor heutzutage ziemlich schnell am Ende. Moderne Autos kann man ja an einen Computer anschließen, dann sagen die einem von ganz alleine, wo's wehtut. Aber so ein altes Käfermotörchen hat halt noch kein Interface, wo man was anstöpseln kann.
Nun gut, nach einer verpaßten Woche allerbesten Trike-Wetters konnte der Patient vermeintlich als geheilt entlassen werden. Die Freude währte jedoch nicht lange und alle Symptome seines Leidens waren nach kurzer Zeit wieder da.  Noch größere Katastrophe !!!

mein neues Devil's Trike Wohin wendet man sich in so einem Fall ? Käfer, Käfer, da war doch noch was, ach ja, der  Käferclub  hier ganz in der Nähe.
Ausgesprochen freundliche Menschen, diese Käferfahrer. "... klar kenn' ich da jemand, ein Trike, aha ! Na dann ruf' doch mal den Olaf Herbst an. Gera, Ackerstraße, ja ja, der freut sich immer, wenn ein neuer Triker vorbeikommt."
Was soll ich sagen, es gibt tatsächlich noch Leute, denen scheint - Helfen - ein inneres Bedürfnis zu sein. Und der Olaf ist so einer. " ... kommst du morgen einfach mal vorbei, da hab ich sowieso noch einen auf'm Hof, das paßt schon."
Morgen - das war Karfreitag ! Ich war dort mit meiner Ölsardine und wenn er es auf die Schnelle hätte reparieren können, wäre ich wohl noch am gleichen Tag mit einem gesunden Trike vom Hof gerollt. Ging leider nicht, also ist Ostern erst mal wieder das Bike dran. Trotzdem alle Achtung und im Voraus schon mal schönen Dank an Olaf.
Demnächst mehr ...

Sonntag, 04. Mai 2003



mein neues Devil's Trike

Es hat 'ne Weile gedauert, aber jetzt ist Trikersaison !!!
Olaf hat's hinbekommen. Der Ölkühler war gerissen und hat seinen schmierigen Inhalt im Fahrbetrieb direkt ins Gebläse entlassen. Man kann sich sicher vorstellen, was das für eine Sauerei war. Neuer Ölkühler ist drauf und (fast) alles wieder im Lot.
Ich hatte mich selbst schon immer gewundert, wieso die Trikes von  Devil's Trike Place  gegenüber anderen Herstellern relativ billig sind. Olaf hat mir dann die Augen geöffnet: bei näherem Hinsehen taucht da eine Schludrigkeit nach der anderen auf. Nix gefährliches, aber man scheint dort immer darauf bedacht zu sein, die Kosten für ein solches Teil so gering wie möglich zu halten. Olaf meinte zum Beispiel, einen solchen antiquarischen Regler, wie bei mir, hätte er überhaupt noch nicht gesehen. Zugegeben, er funktioniert tadellos, aber naja, es sieht halt manchmal so aus, als ob gelegentlich die Bastelkiste herhalten mußte.
Irgendwo scheint zwar immer noch ein Löchlein offen zu sein, über das sich das Getriebeöl einen Weg nach draußen sucht, aber auch das werden wir noch finden. Der vor mittlerweile 1400 Trike-Kilometern neu zusammengestellt Motor scheint sich so langsam einzulaufen und zieht mit jedem Kilometer besser. Den heutigen Tag habe ich jedenfalls in vollen Zügen genossen und: meine Frau ist heute auch das erste Mal mitgefahren ...

Samstag, 17. Mai 2003



das war mein Devil's Trike

So schnell kann's gehen ! Eigentlich wollte ich das Teufelchen die ganze Saison über fahren und erst anschließend verkaufen. Aber wie das Leben so spielt, hat sich kurzfristig ein Interessent gemeldet. Das letzte kleine Leck hatten wir vor ein paar Tagen gefunden und erfolgreich abgedichtet (kaputter Dichtring auf der Ölablassschraube), so daß ich es eigentlich guten Gewissens und zu einem fairen Preis abgeben konnte. Ich denke, es ist in guten Händen und zieht jetzt im Dresdner Raum seine Bahnen.
Natürlich hatten wir nicht vor, die Trikerei schon wieder aufzugeben, denn meine Frau hatte gerade Gefallen daran gefunden. Also war sie auch die treibende Kraft, sich schnell nach etwas neuem, kräftigerem umzuschauen. Es sollte etwas sein, mit dem man auch mal einen längeren Urlaub in's Auge fassen kann. Das Gehoppel auf dem Devil, wenn die Straße mal wieder aus Maulwurfshügeln zu bestehen scheint, das hatte ich gründlich satt. Es sollte also schon ein Gefährt mit einer gutgefederten Komfortgabel und einem ordentlichen Schlappen dazwischen sein. Bequem sitzen wollten wir auch. Insbesondere der Beifahrer wird auf dem Devil's Trike nicht gerade verwöhnt. Die Vorstellungen verdichteten sich immer mehr, nachdem wir auch ein großzügiges Budget dafür beschlossen hatten. Und ziemlich schnell stand fest: ein Low Rider muß her ! Nicht dass ich unbedingt auf die Marke  Boom  geschielt hätte, das war es nicht. Aber der Low Rider ist für mich die Verkörperung all dessen, was mir persönlich wichtig ist an einem Trike. Mag sein, daß es technisch ausgereiftere Modelle gibt, aber wenn ich Automatik brauche, Sprit sparen muß und auf ein ABS angewiesen bin, dann setze ich mich in's Auto und nicht auf mein Trike !
Und wie der Zufall so spielt, war auch ziemlich schnell ein geeigneter Kandidat gefunden. Die Entscheidung zwischen neu und gebraucht war auch recht fix getroffen, war doch an unserem Gebraucht-Favoriten so einiges dran, was man bei einem Neufahrzeug nie und nimmer hätte finanzieren können. Leider gab es noch ein kleines Problem zu lösen: das Teil wurde im Originalzustand von einem 2,4 l / 180 PS Motor angetrieben, und das wollte ich mir dann doch nicht antun. Also mußte ein anderer Motor rein, der zu unserem Glück ebenfalls bereits auf uns gewartet hatte.
Das Ergebnis unserer Bemühungen stelle ich der geneigten Leserschaft demnächst hier vor.

Freitag, 06. Juni 2003



das Neue

Es ist vollbracht ! Da steht er nun in voller Schönheit und glänzt in der Sonne. Je nach Lichteinfall wechselt unser Chamäleon die Farbe. Mehrfarben-Effektlackierung heißt das im Amtsdeutsch. Hinten hat es ein Paar ordentliche 335iger Schlappen auf Leichtmetallfelgen. Die breite Komfortgabel, der extradicke Lenker, große Doppel-Scheinwerfer, VA Motor- und Beinschutzbügel, eine 4in6-Dragster-Anlage und ein paar andere, aufpreisträchtige Dinge machen unseren Low Rider unverwechselbar. Und man sitzt wie in Abrahams Schoß. Normalerweise sitzt man auf einem Trike mehr oder weniger gut. Merke: beim Low Rider sitzt man im Trike ! Die Entfernung zwischen Asphalt und dem Hinterteil des Fahrers beträgt nur wenige Zentimeter, was nach meinem Gefühl wohl die wesentlichste Ursache für den extremen Fahrspaß ist, den man bereits nach den ersten Kurven mit Erstaunen zur Kenntnis nimmt.
Anmut, Kraft und Eleganz Es gibt bei uns in der Stadt ein paar Meter Kopfstein gepflasterte Straße, um die uns jeder Autohersteller beneidet, weil eine gleichwertige Teststrecke für Stoßdämpfer nur mit sehr viel Geld und Mühe aufzubauen wäre. Auf dem Devil bin ich dort jedesmal fast aus dem Sitz geflogen, so daß ich regelmäßig einen weiten Bogen um diese Stellen gefahren bin. Die Komfortgabel von Boom dagegen schluckt wirklich alles. Und Dank der breiten Hinterreifen wird so manches Schlagloch einfach überrollt. Das einzige Problem, was bisher aufgetreten ist: in unserer Garage geht's neuerdings verdammt eng zu ...

Montag, 14. Juli 2003



das Neue

Nachdem wir unsere erste größere  Tour  hinter uns gebracht haben (einmal Ostsee und zurück), war auch eine kleine Durchsicht in der Werkstatt fällig. Ein aufgeregter Anruf von Olaf, dem Firmenchef, jagte mir dann doch einen kleinen Schrecken ein: Die Gabelholme seien ziemlich stark verbogen, kurz unterhalb der Gabelbrücke regelrecht abgeknickt ! Erst wollte ich das garnicht glauben, aber Olaf hatte in der Zwischenzeit schon mit dem Hersteller telefoniert. Und nach Abfrage der Seriennummer lautete der Beschluß: "... den läßt Du nicht mehr vom Hof ! Die Holme werden ausgetauscht, kostenfrei !"
Weder der Vorbesitzer noch ich selbst hatten den Low Rider an den Gabelholmen wissentlich über Gebühr belastet, so daß die Sache schon etwas merkwürdig erschien. Der Verdacht auf einen Materialfehler lag da natürlich recht nahe. Dazu muß man noch wissen, daß meine Gabel zu den ersten Modellen dieser Serie gehört hatte. Scheinbar gab's bei Boom da einige Probleme mit der Belastbarkeit dieser Teile. Das nebenstehende Bild macht deutlich, wie schlimm die Sache eigentlich ausgesehen hat, wenn man es denn erstmal bemerkt. Rein oberflächlich fällt einem das garnicht so auf. Die ausgebauten Holme waren jedenfalls nicht mehr in der Lage zu rollen und Boom hat auch darauf bestanden, diese Teile einzuziehen.
Also, ihr Boom Rider da draußen, eine optische Überprüfung Eurer Gabelholme kann auf jeden Fall nicht schaden ...

Montag, 26. April 2004



mein neuer Hänger

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er ... auch Gepäck mitzuschleppen. Und wenn er dann auch noch im Zelt übernachten will, dann braucht er Luftmatratze, Schlafsack, Tisch und Stuhl, einen Kocher, einen Grill, und so weiter, und so fort. Kurz und gut, wir hatten beschlossen, gelegentlich mal wieder zu campen. Unser letztes Campingabenteuer war zwar schon über 25 Jahre her, aber daran sollte es nicht scheitern. Man lernt ja schießlich immer noch dazu. Ausrüstung zu besorgen ist heutzutage kein Problem, bei eBay kann man da gelegentlich noch richtige Schnäppchen machen. Aber für den Transport der gesamten Bagage mußten wir uns erst noch etwas einfallen lassen. Da an unserem Trike von Anfang an eine AHZV (sprich: Anhängerzugvorrichtung) dran war, lag der Gedanke an einen kleinen PKW-Anhänger nahe. Bereits den ganzen Winter hatte ich immer wieder die einschlägigen Angebote bei eBay durchkämmt, aber leider nix passendes gefunden. Letzte Woche war es dann endlich soweit. Ein eBay-Angebot aus Ulm schien genau das zu sein, was ich mir schon immer vorgestellt hatte. Optisch und technisch in gutem Zustand habe ich für 80,- Euronen ein kleines Schmuckstück erworben, an dem man zwar noch eine Menge basteln kann, aber eine Basis für den ersten Campingausflug war erst einmal geschaffen.
Blieb leider noch das kleine Problem, das Ulm nicht gleich bei mir um die Ecke liegt und das das Trike mein einziges Fahrzeug ist, das über eine Hängerkupplung verfügt. Also war Triken angesagt. Die Wettervorhersage verhieß nichts gutes, aber als ich losgefahren bin, hat's wenigstens nicht geregnet. Dieser Zustand sollte sich rasch ändern. Von den insgesamt 10 Stunden Fahrt, hab ich 8 Stunden im wahrsten Sinne des Wortes im Wasser gesessen. In Ulm angekommen, hat mich der Verkäufer mit einem heißen Tee vor dem sicheren Kältetod bewahrt. Die Angaben auf dem Kaufvertrag konnte ich mit eigenen Händen allerdings nicht mehr ausfüllen.
Wer weiß, wie angenehm es sich auf der Autobahn in der Gischt eines LKW's fahren läßt, der kann vielleicht erahnen, in wie weit sich dieses Gefühl auf einem offenen Trike noch steigern läßt. An jeder Zapfsäule haben die Tankwarte hinter mir das Wasser aufgewischt. Irgendwie bin ich dann doch noch zu Hause angekommen, obwohl es buchstäblich keinen Fetzen an mir gab, der trocken geblieben wäre.
Ja und seit diesem Tag sind wir stolze Besitzer eines Trike-Anhängers. Ich finde, die Mühe hat sich gelohnt.

Mittwoch, 02. Juni 2004



der neue Typ 4

Es ist vollbracht ! Nachdem ich mir lange Zeit erfolgreich eingeredet hatte, mit 50 PS kommt man gut durchs Trikerleben, hatte mich die letztjährige Tour an die Küste schon zweifeln lassen, ob denn das wirklich so ist. Nicht daß ich ein ambitionierter Rennfahrer wäre, nein, ganz im Gegenteil. Das Cruisen ist meine Leidenschaft und auch die meiner Frau. Die hat sich übrigens in letzter Zeit immer häufiger gemeldet und nach "... einer Runde Trikefahren" verlangt.
Aber wenn man dann zu zweit auch noch ordentlich mit Gepäck beladen immer erst reichlich Anlauf nehmen muß, um an einem LKW vorbeizukommen, dann nervt das mit der Zeit. Ich frage mich manchmal, wie manche Trikerkollegen mit 34 PS am Hintern und 'nem Queck hinten dran von Treffen zu Treffen ziehen, und dabei nicht die Lust am Triken verlieren.
Lange Rede, gar kein Sinn, im Frühjahr ergab sich eine günstige finanzielle Konstellation und die wurde in Absprache mit meine Frau in einen stärkeren Motor investiert. Hab mich beraten lassen und Olaf (siehe oben) meinte: "Mach's gleich richtig und nimm einen Typ 4 ! Der bringt die meisten PS schon aus der Serie mit, ist standfest und muß nicht viel getunt werden, um auf die angepeilte Leistung von 115 PS (weil mein Auto auch so viel hat) zu kommen". Den Preis hat er mir dann stückchenweise serviert, um mich nicht gleich zu verschrecken.
Wie das halt immer so ist im Leben, ein Motor macht dann auch noch keinen Sommer und so war auch noch eine passende Auspuffanlage fällig. Der Fachmann wird es erahnen: eine Ahnendorp sollte es sein.
Es hat 'ne Weile gedauert, bis alles da war, was gebraucht wurde, aber kurz vor Himmelfahrt war es dann soweit. Mittlerweile hab ich mir auch alles schön vom TÜV begutachten und in die Papiere eintragen lassen, so daß ich ab jetzt mit Fug und Recht behaupten kann: Ich fahre einen Typ 4 !
Der Motor stammt übrigens aus dem Boxer-Shop von Anton Seemeier in Hilpoltstein.
Das erste einschneidende Erlebnis bei der Übergabe hat man sofort nach dem Anwerfen des Aggregates. Der Sound, den die beiden Sportauspufftüten hervorzaubern, klingt schlicht und ergreifend nach purer Kraft. Ein kleiner Dreh am Griff und die Maschine brüllt los. Ich war begeistert. Der Motor hängt fest am Gas und macht jede Bewegung ohne Verzögerung mit.
Dann hat mich Olaf gewarnt: "Laß es langsam angehen !" Hab ich auch, sonst wäre ich wohl schon nach der ersten Kurve in der Wiese gelandet. Im Triker-Forum hat neulich einer das Gefühl mit den Worten beschrieben: "Einfach nur geil!" Besser kann man das eigentlich nicht ausdrücken. Es ist eine Harmonie aus Schub und Sound, die das ganze zu einem tollen Erlebnis werden läßt.
Himmelfahrt war dann die erste Bewährungsprobe. Einmal Dresden und zurück und weil ich im Zelt übernachten wollte, war auch gleich noch Gelegenheit, den Hänger anzuspannen. So bin ich dann meine ersten 150 Kilometer ohne Probleme durch das wunderschöne Erzgebirge gezottelt. Bei dieser Gelegenheit nochmal vielen Dank an Angelika und Andre´ für die Gelegenheit, mein Zelt am Waldhaus aufzuschlagen. War schön bei Euch und wenn's paßt, komme ich gerne wieder.
Auf dem Rückweg über die Autobahn konnte ich dann die Pferdchen schon mal laufen lassen, wobei der Hänger natürlich enge Grenzen zieht, was die Geschwindigkeit angeht. Aber ein LKW stellt jetzt auch mit Hänger im Schlepptau überhaupt kein Problem mehr dar und das ist ein gutes Gefühl.

Mittwoch, 09. Juni 2004



Blaupunkt RNS 149

Ich gebe es zu: ich bin ortsdumm ! Das ist eine Eigenschaft, die mir bis vor zwei, drei Jahren eine Menge Probleme bereitet hat, denn egal wohin man mich auch schickte, ohne andauerndes "in die Karte gucken" war ich aufgeschmissen. Andere brauchen eine Landschaft nur vom Hörensagen zu kennen und wissen automatisch, wo's langgeht. Bei mir wollte das noch nie klappen. Kurz und gut, in Erkenntnis dieser Sachlage hab ich mir irgendwann für's Auto und für's Bike ein Navigationsgerät zugelegt. Im Auto ist das eine phantastische Sache. Das Kartenmaterial ist heute bis auf die Hausnummer genau und das System hat mich in den Jahren nie im Stich gelassen.
Beim Motorrad sieht das etwas anders aus. Dort benutze ich ein schon etwas betagteres Gerät von Garmin (GPS III) und das reicht gerademal für eine Zielpunkt-Navigation. Trotzdem, im Prinzip eine feine Sache, ich habe es an anderer Stelle schon detailliert beschrieben.
Für das Trike war jedoch von Anfang an geplant, ein Navigationsgerät einzusetzen, wie ich es auch im Auto benutze. Ein solches Radio-Navigationssystem bietet neben der Navigationskomponente gleichzeitig noch den Komfort eines guten Radios und erlaubt die CD-Wiedergabe, wenn keine Navi-CD eingelegt ist. Alternativ kann man diese Kombination auch noch erweitern und einen CD-Wechsler anschließen. Hinsichtlich des Anschaffungspreises sind die Geräte der ersten Generation mittlerweile zu attraktiven Konditionen zu bekommen. Ich habe für das verwendete Blaupunkt RNS 149 ohne Antenne etwas mehr als 300,- Euronen bezahlt (bei eBay ersteigert). Der gebotene Komfort dieser Geräte-Generation reicht für den Betrieb am Trike allemal noch aus.
Die notwendigen technischen Voraussetzungen für den Betrieb eines solchen Gerätes sind am Trike bereits gegeben bzw. ohne große Probleme machbar: feuchtigkeitsgeschützte Anbringung des Gerätes im Sichtfeld des Fahrers, Sound-Wiedergabe wegen der Streckenansage, der Geschwindigkeits-Impuls von einem elektronischen Tacho und wenn man möchte, auch noch das Signal vom Rückwärtsgang. Letzteres braucht man nicht unbedingt.
Radiogehäuse Wasserdicht von Schwenckner Mit der Realisierung sah es dann aber doch etwas komplizierter aus, als gedacht. Erstes Problem: die Anbringung. Nach intensiver Recherche im Internet fand ich einen  Händler , der zum akzeptablen Preis von 59,- Euronen eine "Radioblende Wasserdicht" als Bootszubehör anbietet. Das Teil ist zwar nicht vollständig wasserdicht, aber mit einigen kleinen Tricks erfüllt es durchaus seinen Zweck. Insbesondere im hinteren Teil, dort wo die Kabel herausgeführt werden, muß man sich entweder für den Verschluß der zahlreichen Lüftungslöcher entscheiden, oder alternativ von innen festes, aber luftdurchlässiges Gewebe einlegen, das den Radioteil vor direktem Wasserkontakt schützt. Nach über 8 Stunden "Dauerdusche" auf der Autobahn kann ich behaupten, die Lösung mit dem Gewebe funktioniert recht zuverlässig. Die getönte Sichtblende hatte sich allerdings schon bei den ersten Montageversuchen vom Rahmen gelöst und mußte nachgeklebt werden. Die Tönung der Blende macht es erforderlich, das RNS immer mit Beleuchtung zu betreiben. Allerdings verschleiert sie in ausgeschaltetem Zustand auch die Tatsache, daß sich dahinter ein für Diebe recht lukratives Objekt verbirgt. Man kann sie zur Not (bei schlechtem Sonnenstand) auch während der Fahrt aufgeklappt lassen. Vorausgesetzt natürlich, der Kasten wurde mit der Öffnung nach oben eingebaut. Die Gummidichtung des Deckels dichtet das Gehäuse bei Regen in geschlossenem Zustand auch verkehrt herum sicher ab.
Weitere kleine Nachteile: das Gehäuse besteht erstens aus Duroplast und ist damit empfindlich gegen Schlagwirkung. Zum zweiten hängt die Befestigung der seitlichen Halter an je zwei winzigen Schräubchen, die zudem schon nach kurzer Zeit zu rosten anfangen. Wer das notwendige handwerkliche Geschick hat, kann das konstruktiv sicher besser lösen.
Meine Befestigungslösung An der Befestigung habe ich lange geknobelt. Das Ganze macht nur Sinn, wenn es im Sichtfeld des Fahrers angebracht ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich, das man ganz gut ohne die Stimme der immer freundlichen Dame in dem kleinen Kasten auskommen kann, aber dann braucht man wenigstens die Anzeige, wann wohin abgebogen werden muß. Letztenendes habe ich mich für eine Befestigung zwischen den Lenkerholmen entschieden. Weit unten angebracht ist sogar der Tacho in seiner Originalposition noch einsehbar. Ansonsten wird das Sichtfeld des Fahrers in keiner Weise eingeschränkt, wie man vielleicht meinen könnte.
Für die Befestigung an den Holmen wurden dann passend zum Durchmesser zwei Alu-Lampenhalter bei Louis bestellt. Im Gegensatz zu verchromten Haltern kann man diese ohne Problem in die benötigte Form biegen. Der originale Befestigungsbügel der Radioblende (wie auf dem Bild zu sehen) inklusive der beiden Rändelschrauben wurde entfernt. Außerdem habe ich das ganze Gehäuse um 180 Grad gedreht, so daß die Lüftungsschlitze nach unten wandern. Zur Verschraubung mit den Lampenhaltern habe ich unter die seitlichen Bleche der Radioblende jeweils eine Schraube mit abgeschliffenem Kopf eingelegt, die mit einer Kontermutter befestigt wird. Die Bleche verfügen innen im Gehäuse über ein entsprechendes Gegenstück, so daß ausreichende Stabilität gegeben ist. Außen wird das Ganze mit zwei Hutmuttern sauber abgeschlossen, so daß es auch optisch einen ordentlichen Eindruck macht. Wer möchte, kann ja das Gehäuse vor dem Einbau auch noch in Trikefarbe spritzen. Man sollte unbedingt darauf achten, die Konstruktion möglichst spannungsfrei zwischen den Holmen zu montieren.
DIN Radioschacht (Conrad) Als nächstes wurde ein DIN-gerechter Radio-Einbauschacht in das Gehäuse geschoben, in den jedes handelsübliche Autoradio eingerastet werden kann. Wichtig zu wissen ist, daß alle Stecker, die hinten am Radio anzubringen sind (Antenne, GPS), in Winkelform benötigt werden. Für gerade Steckverbinder ist nicht genügend Platz nach hinten vorhanden. Beim Antennenstecker ist das kein Problem, aber für den GPS-Antennenanschluß bin ich erst nach längerer Suche beim Boschdienst fündig geworden.
Apropos Antenne. Das war das nächste Problem. Verwendet habe ich eine Triplex-Antenne, wie sie für VW oder original für Blaupunkt hergestellt wird. Die verfügt über drei Ausgänge: Radioantenne, GPS-Signal und Handy-Antenne (GMS). Duplex-Antennen nur mit Radio und GPS hab ich nicht gefunden und mit der Handy-Antenne kann man bei Bedarf ja auch noch eine Freisprecheinrichtung (z.B.: über Helm-Mikrofon) anbauen. Man kann natürlich auch die originale GPS-Antenne des RNS benutzen, muß dann aber trotzdem noch eine Antenne für den Radioempfang montieren. Die Triplex gibt's bei eBay mit ein bischen Glück schon für 50..70 Euronen.
Triplex-Antenne von VW Für die Befestigung habe ich wiederum die Schelle von einen Lampenhalter umfunktioniert, an die eine Aluminium-Platte als Sockel für die Antenne angeschraubt wurde. Diese Schelle ist im hinteren Bereich des rechten Armlehnenbügels für den Beifahrer befestigt. Dort stört er weder den aufgelegten Arm, noch eine normal große Gepäckrolle, wie ich sie gelegentlich aufschnalle. Sicher gibt es andere Möglichkeiten, die Antenne zu montieren, aber mir kam es darauf an, die Kabel auch bei geöffneter Karosse nicht erst demontieren zu müssen. Außerdem muß der GPS-Sockel der Antenne möglichst freies Sichtfeld haben für den Kontakt mit den GPS-Satelliten. Eine Montage auf dem Koffer wäre auch möglich, der läßt sich dann aber nicht mehr abnehmen. Erste Erfahrungen mit Beifahrer haben jedenfalls gezeigt, daß der gewählte Platz gut funktioniert. Die Kabel sind übrigens in einem Kabelschlauch verlegt, der wiederum an ohnehin vorhandenen Verschraubungspunkten unter der Karosserie (Armlehnen) mit kleinen Blechschellen befestigt ist.
Für die Triplex-Antenne muß übrigens eine 12V Versorgungsspannung in die Leitung für das Radiosignal eingeschleift werden. Das ist ansich kein Problem. Leider paßte der entsprechende Adapter nicht mehr in das Radiogehäuse, so daß die Leitung für das Radiosignal auf ihrem Weg zur Antenne aufgetrennt werden mußte. Bei mir liegt dieser Trennpunkt jetzt unter der Tankatrappe, da ist auch die erforderliche Spannung gut abzugreifen.
so sieht das aus Fahrersicht aus Am meisten habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie man an das Geschwindigkeits-Signal des Tachos kommen könnte, ohne diesen dabei zu zerstören. Selbst eine Anfrage im Triker-Portal hatte ich schon eingestellt, im Nachhinein völlig umsonst. Man muß halt nur richtig hinschauen. Das Impulskabel vom Vorderrad wird nicht wie ursprünglich vermutet direkt in den Tacho geführt, sondern über eine Klemmverbindung unter der Tankatrappe. Von dort kann das Signal problemlos abgegriffen werden. Es liefert je Radumdrehung eine feste Anzahl von Impulsen, über die das Navi nach erfolgreicher Kalibrierung die jeweils zurückgelegte Strecke auch ohne Satellitenkontakt eine Weile korrekt berechnen kann. Der Impuls ist deshalb unverzichtbar und wenn kein elektronischer Tacho vorhanden ist, muß ein entsprechender Geber nachgerüstet werden. Entsprechende Nachrüstsätze werden vom Fachhandel angeboten. Eine konkrete Quelle kann ich allerdings nicht angeben.
Den eigentlichen Einbau und elektrischen Anschluß des Navigationsgerätes habe ich dann doch Leuten überlassen, die sowas schon öfter gemacht haben. Beim Boschdienst oder bei Car-HiFi-Spezialisten findet man da problemlos Hilfe und Unterstützung. Für den Anschluß inkl. Verlegung der Kabel für Antenne und Lautsprecher und die Arbeiten für das Einschleifen der Antennen-Speisespannung habe ich ca. 160,- Euronen bezahlt, Material inbegriffen. Im Nachhinein ist das alles kein Zauberwerk, mit ein bischen Einlesen und handwerklichem Geschick kann man das sicher auch selbst bewerkstelligen.
Lautsprecher an der Gabel montiert Zwei Lautsprecher in den üblichen Lampengehäusen hatte ich bereits kurz zuvor angebaut und so war auch die Wiedergabe der Navigationsanweisungen für's erste gelöst. Nach der Kalibrierungsfahrt hat mich die freundliche Dame in dem kleinen Kasten auch prompt wieder nach Hause geführt. Ist doch nett von ihr, oder ?
Mittlerweile habe ich bereits ein paar hundert Kilometer mit dem Teil abgefahren. Es funktioniert soweit hervorragend, aber im Moment besteht noch folgendes Problem: nach einer Weile wird die Navigation ungenauer und es treten Differenzen bis zu 50 Metern auf. Das klingt nicht viel, führt aber im Stadtverkehr dazu, daß sich das Gerät gelegentlich "off road" fühlt. In diesem Falle wird sofort eine neue Positionsbestimmung über die Satelliten eingeleitet und anschließend funktioniert alles wieder bestens. Passiert das allerdings mehrmals hintereinander, fängt das Gerät automatisch an, sich neu zu kalibrieren. Dieser Vorgang beansprucht dann eine gefahrene Strecke von schätzungsweise 2..3 Kilometern. Während dieser Zeit ist keine Positionsangabe verfügbar und man ist quasi blind. Beim Durchfahren großer Städte kann das schon ärgerlich sein, denn dafür hat man das Gerät ja schließlich angeschafft.
Als Ursache vermute ich entweder die fehlerhafte Justierung des Kreiselkompasses beim Einbau des Gerätes (der muß möglichst waagerecht einjustiert sein), oder ein Problem mit dem relativ großen Raddurchmesser. Üblicherweise ist das Gerät ja auf Autoreifen ausgelegt und nicht auf die Größe von Motorradreifen. Die Justierung des Kreisels werde ich demnächst mal prüfen, ansonsten müßte ich mal bei Blaupunkt anfragen. Ich denke, das werden wir auch noch hinbekommen.
IronHorse in voller Schönheit Noch ein Wort zur Streckenansage. Die Verständlichkeit der Ansagen ist bei normalem Fahrbetrieb schon nicht berauschend. Von Musikgenuß während der Fahrt wollen wir mal garnicht reden, das wird jeder nachvollziehen können, der ein Radio am Trike betreibt. Daher habe ich beschlossen, unsere Helme mit Ohrhörern auszurüsten und einen entsprechenden Ausgang zum Anstöpseln für Fahrer und Beifahrer einzubauen. Das wird das nächste Projekt, über das ich Euch gern berichten werde.