Das Forum-Treffen der Trike-Zone Schweiz 2004 

Zurück aus der Schweiz

Text:IronHorse
Fotos:HCC, Daniel, Ray, Cognac, Paule
Sonntag, den 15. August 2004
Die Karawane der Tapferen Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Manchmal will man eine Reise tun, aber es klappt nicht, zumindest nicht gleich auf Anhieb. So geschehen am Sonntag, den 15. August 2004, als ich meinen ersten Versuch zum Internationalen Treffen der Trike-Zone Mitglieder in die Schweiz zu gelangen bereits kurz vor Nürnberg wieder aufgeben mußte. Ein Radlager vom Anhänger war gebrochen und konnte natürlich erst am Montag morgen repariert werden. Das klappte allerdings hervorragend, Dank eines Euro-Schutzbriefes der DAS und der Firma Hörl in Pegnitz.
Also am Montag der zweite Versuch und nach reichlich zehn Stunden Fahrt konnte ich mich auf dem vereinbarten Campingplatz in Alpnachstad melden. Auf meine Ansage hin, das ich der Nachzügler wäre und wo denn meine Kameraden ihre Zelte aufgeschlagen hätten, schaute mich die Campingplatz-Familie nur sehr verdutzt an und meinte, ich wäre der erste !
wer den Schaden hat ... Kurz zuvor waren mir drei Triker begegnet, die mir allerdings bekannt vorkamen. Ich war jedoch fest davon überzeugt, sie wären bereits auf der ersten kleinen Ausfahrt zur Erkundung der Umgegend. Im Nachhinein stellte sich heraus, das Cognac, Ray und Benzini am Campingplatz vorbei gefahren waren.
Nichts desto trotz stellte sich die Gemeinde kurz darauf vollzählig auf dem Platz ein und nachdem die Zelte aufgebaut waren, wurden auch schon die ersten Pläne für die kommenden Tage geschmiedet.
Der Begriff vollständig ist in diesem Zusammenhang allerdings nicht ganz korrekt: HCC hatte es wieder einmal erwischt und er mußte die Anreise gemeinsam mit Daniel wegen notwendiger Reparaturarbeiten unterbrechen. Ihr selbstgewähltes Hotel hat bei HCC bleibende Schäden hinterlassen und gehörte wohl nicht zu den empfehlenswerten Unterkünften in der Schweiz.
Dienstag, der 17. August 2004
Der Morgen danach Die erste Nacht im Zelt ist immer die schwerste, weil sich die müden Knochen erst an das harte Lager gewöhnen müssen. Und so schauten am nächsten Morgen alle noch leicht gerädert in die Welt. Deshalb wurde kurzerhand beschlossen, die Ankunft der Nachzügler abzuwarten, bevor man gemeinsam etwas unternehmen wollte. Im Dorf wurde zwischenzeitlich die erste Kneipe erkundet und nachdem nunmehr alle gesund und munter eingetrudelt waren, wollten wir die nähere Umgebung in Augenschein nehmen. Am besten funktioniert das in der Schweiz von einem der zahlreichen Berge herunter und so lag es nahe, einfach der Nase nach immer weiter nach oben zu fahren, bis es nicht mehr weiter geht. Rein zufällig fand sich am Ende des Aufstieges auch noch eine kleine Bergwirtschaft, die uns mit kühlen Getränken zur Einkehr verleitete.
Der Herzbube Unglücklicher Weise rutschte der Berghof-Bäuerin beim Anblick meiner Person der Begriff "Herzbube" über die Lippen (das passiert mir andauend und ich hasse das ...). Von diesem Zeitpunkt an mußte ich hart um den Erhalt meines angestammten Forumnamens kämpfen. Der Bäuerin selbst war die ganze Sache im Nachhinein etwas peinlich und sie versuchte mich mit einem Freibier über das erlittene Ungemach hinweg zu trösten.
Wir ließen es dabei bewenden und machten uns mit dem Versprechen auf den Heimweg, im Laufe der Woche noch einmal wieder zu kommen.
Der einzige, der an diesem Nachmittag etwas gelitten hat, war unser Freund Peter. Er hatte sich extra mit seiner Familie auf den Weg gemacht, um uns zu besuchen. Undankbarer Weise haben wir uns wie beschrieben etwas rar gemacht. Aber ich hoffe, er wird uns noch einmal verzeihen. Die Neugier (und der Durst) waren einfach stärker.
Das Wetter meinte es am darauffolgenden Abend nicht sonderlich gut mit uns, aber wir ließen den Tag am Grillfeuer mit weit angereisten original Thüringer Rostbratwürsten ausklingen.
Mittwoch, der 18. August 2004
Schweizer Bergwelt Für den Mittwoch war eine Tour geplant und unser Freund Peter hatte sich bereit erklärt, uns seine Heimat vom Trike aus etwas näher zu bringen. Im Nachhinein muß ich gestehen, ich war tief beeindruckt und überwältigt von der allgegenwärtigen Urgewalt der Schweizer Berge. Schon allein für diese Tour hat sich die weite Anreise gelohnt und ich möchte nicht versäumen, Peter nochmal meinen persönlichen Dank dafür auszusprechen. Die Abfolge der Pässe und Höhenzüge, die wir auf unserer rund 200 Kilometer langen Rundreise erklommen haben, kann ich beim besten Willen nicht wiedergeben, aber ein paar kleine Abenteuer etnlang der Strecke seien schon noch erwähnt. Anscheinend hatten wir einen heimlichen Mitfahrer dabei: die Pannenhexe.
Als erstes erwischte es Ray. Sein Keilriemen war in der "Fachwerkstatt" so stramm montiert worden, daß sich das Lager der Lichtmaschine bereits in Rauch auflösen wollte. Glücklicherweise wurde das drohende Unglück rechtzeitig bemerkt und eine Sofortreparatur vom Schrauber-Genie Benzini im Teamwork mit Hobby-Schrauber HCC löste das Problem dauerhaft.
Das zweite Mal erwischte es wieder Ray, als sich beim Durchfahren eines Tunnels eine Sicherung verabschiedete. Natürlich passierte das an der günstigsten Stelle im Tunnel und es war schon ein bischen Glück dabei, daß nichts Schlimmeres passiert ist. Auch hier war Benzini der Retter in der Not. Leider erwischte es ihn am Ende der Tour auch noch selbst, doch Dank seiner goldenen Hände fand er im Gewirr des Kabelbaumes den passenden Ersatz für ausgefallene Strompfade.
Sustenpass-Hospiz Aber es gab auch eine Reihe von schönen Erlebnissen, von denen hier berichtet werden soll. So bat uns der Wirt vom Berggasthaus Sustenpass-Hospiz zu einem Fototermin mit Trikes vor sein gastliches Haus. Er war der Meinung, mit solchen Fotos könne man im Internet Werbung für sein Unternehmen machen. Man kann übrigens dort oben zu sehr günstigen Konditionen übernachten und der Apfelstrudel war vom allerfeinsten.
Ebenfalls sehr beeindruckend war ein Besuch in der Gletschergrotte auf dem Furka-Pass. Als Besucher kann man dort gegen eine gebühr von 3,50 Euro einige Meter direkt in den Gletscher hinein. Das Gletschereis hat eine himmelblaue Farbe und drínnen kommt man sich vor wie im Reich von Zwergenkönig Laurin. Ein ganz eigenartiges Gefühl, besonders dann, wenn man sich vor Augen hält, daß das Eis des Gletschers schon einige Millionen Jahre alt ist.
Im Gletschereis auf dem Furka-Pass Benzini hatte sich für ein touristisches Highlight der Schweiz ganz besonders erwärmt und mußte sich unbedingt eine große Kuhglocke kaufen. Als Vervollständigung seines ohnehin dicht mit Einzigartigkeiten ausgestatteten Trikes (er muß täglich die Blumen in den Balkonkästen auf seinen Kotflügeln gießen) wäre der Glocke jedoch um ein Haar ein jähes Ende beschieden gewesen. Sie hatte sich bereits nach wenigen Metern auf der Abfahrt vom Paß in selbstmörderischer Absicht vor Cognac's Trike geworfen! Seid beruhigt, sie hat es überlebt und muß nun bis an's Ende ihrer Tage an Benzinis Lenker baumeln.
Zum Ende der Tour hin konnte ich es mir nicht verkneifen, meinem Stahlroß nochmal so richtig die Sporen zu geben und HCC schloß sich der wilden Hatz hinauf auf den Pass dankbar an. Oben angekommen hatte er die Kraft der vier Kerzen am Berg zum ersten Mal so richtig ausgekostet. Die Begeisterung darüber stand ihm noch lange im Gesicht geschrieben.
Die Tour war auf jeden Fall der Höhepunkt der Woche und wird wohl bei allen Beteiligten noch lange im Gedächtnis haften bleiben.
Nach einem Abendessen am Campingplatz ließen wir den Tag bei dem einen oder anderen Bierchen ausklingen, zumal sich auch Paule und seine Frau zwischenzeitlich bei uns eingefunden hatten. Unsere Elsässer Freunde mußten uns am nächsten Morgen bereits wieder verlassen, aber sie sind wohl nicht gerne gegangen.
Donnerstag, der 19. August 2004
Bergwirtschaft am Grunderberg Gestreßt von der vortägigen Tour haben wir's den Donnerstag dann etwas langsamer angehen lassen und sind so gegen Mittag nochmal rauf in die Bergwirtschaft. Wir wollten unser Kommen für den Abend ankündigen, da für uns ein Schweizer Nationalgericht gekocht werden sollte. Den Namen konnte ich mir beim besten Willen nicht merken, aber es bestand im wesentlichen aus Nudeln mit Kartoffelstücken, Käse und Zwiebeln. dazu wird Apfelmus gereicht und die Bäuerin hat eine große Waschschüssel davon für uns gekocht. Die Anmeldung dauerte Dank des kühlen Bieres dort oben schon fast den ganzen Nachmittag und eigentlich hätten wir auch gleich oben sitzen bleiben können.
alles Trikezone-Mitglieder Beim erneuten Auffahren auf den Berg erwischte uns nämlich ein ordentlicher Regenschauer und natürlich hatten die meisten keine Regenklamotten dabei. Etwas durchfeuchtet erlebten wir dann ein Naturschauspiel ohne gleichen. Der Wald schien nach dem Regen förmlich zu kochen und innerhalb von Minuten wechselten sich aufsteigende dichte Nebelschwaden mit von Regenbogen durchzogenem blauen Himmel ab. Der Blick über den Alpnacher See war einfach gigantisch und ich beneide die kleine Servierhilfe aus Dresden!!!, die dort oben für eine Saison eine Anstellung gefunden hat. Die Nudeln waren ebenfalls Spitze und jetzt weiß ich woher der Begriff stammt, wenn sich einer wie "genudelt" fühlt: das müssen wohl auch die Schweizer erfunden haben.
Am späten Abend entdeckten wir noch einen wunderschönen romatischen Platz am See, aber der Wettergott hat dann leider nicht mehr viel Gemütlichkeit aufkommen lassen.
Freitag, der 20. August 2004
Der Alpnacher See Die letzte Nacht am Campingplatz hörte genau so auf, wie sie am Abend zuvor begonnen hatte: mit gaaaanz viel Regen. Glücklicher Weise sollte das aber fast das letzte Wasser sein, denn abgesehen von fünf kurzen Minuten Sintflut verlief meine Heimfahrt dann zumindestens trocken. Wir hatten uns am Morgen noch im Gästebuch des Campingplatzes verewigt und alles in allem kann man den Platz ruhigen Gewissens weiter empfehlen. Auch die umliegenden Dauercamper hatten ein Herz für Triker und halfen zeitweilig sogar mit Werkzeug aus. Auch unsere nächtlichen "Besprechungen" ertrugen sie ohne jegliche Gegenwehr.
Ray und seine Heidi traten am Freitag ebenfalls die Heimreise an und der Rest der Mannschaft machte sich auf den Weg nach Algetshausen.

Ich glaube ich kann für alle sprechen, die dabei waren, es war eine super Woche und auch Daniel sei bedankt, der die Vorbereitung dafür übernommen hatte. Zum Schluß noch ein Hinweis für alle, die diesmal nicht dabei sein konnten: Freunde, es gibt bestimmt ein nächstes Mal ...